Nathalie Bissig (*1981) lebt und arbeitet in Altdorf. Nach ihrem Diplom in Fotografie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (2004) bereiste sie für ihre fotografischen Arbeiten und Recherchen zahlreiche Länder dieser Welt, vor vornehmlich in Afrika und Asien. Seit 2011 richtet sie ihren Blick auf alpine Regionen, insbesondere auf den Kanton Uri, ihre Heimatregion. Ihre Arbeiten kreisen um deren Alltag, Rituale und Mythen sowie um die Frage, was einen Ort jenseits des Sichtbaren zusammenhält. In Fotografie, Zeichnung und Objekt verbindet sie dokumentarische Beobachtung mit inszenierten Bildern. Ihre Werke bewegen sich zwischen unmittelbarer Realität und traumartigen Bildwelten und verdichten sich in Büchern und Installationen zu offenen visuellen Erzählungen. Ihr Debüt Thunder erschien 2025 im Vexer Verlag. 2026 wurde sie vom British Journal of Photography als Ones to Watch ausgewählt.
Nachsturz
Installation mit Fotografien s/w, grossformatig auf Mesh, 2026 im Pavillon beim Hagen Schulhaus
Die Bilder zeigen den Bergsturz von Blatten im Lötschental ein Jahr nach dem Ereignis. Ausgangspunkt ist die Vorstellung von Landschaft als ein von Naturkräften geprägtes und weiterhin aktives, den Menschen überdauerndes Gefüge, in dem sich geologische, klimatische und kulturelle Einflüsse überlagern.
Grossformatig auf transparentem Material gedruckt, reagieren die Arbeiten auf Licht, Wetter und die Umgebung des Schulplatzes. Als Installation im Pavillon wird das Ereignis begehbar, als Situation, in der man von Naturkräften umgeben der eigenen Verletzlichkeit begegnen kann.
Nathalie Bissig

