Lina Müller (1981 in Burgdorf BE, aufgewachsen im Solothurner Jura) ist freischaffende Illustratorin und visuelle Künstlerin und lebt/arbeitet in Altdorf UR. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Auftragsillustration mit hohem künstlerischen Anspruch. Sie studierte „Illustration Fiction“ an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern, an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Academy of Fine Arts in Krakau. Sie ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen und Stipendien. Zu ihren Kunden zählen u.a. The New Yorker, The New York Times, Bloomberg Businessweek, McSweeney`s, The Baffler, Psychologie Heute, DIE ZEIT, Reportagen Magazin, NZZ Folio und Süddeutsche Zeitung Magazin. Sie liebt es, im redaktionellen Bereich zu arbeiten und anspruchsvolle, aber auch verträumte Themen malerische oder zeichnerisch umzusetzen. Ob es sich um eine Magazinseite, ein Plattencover, ein ganzes Buch, einen T-Shirt-Druck oder eine Plakatkampagne handelt, sie geht gerne ins Detail und behält trotzdem den Überblick.
POV
Drei grossformatige Fahnen für die Südwestfassade des Kulturklosters
Gezeigt wird ein Triptychon bestehend aus drei spezifisch für die geografische Lage der Südwestfassade des Kapuzinerklosters entwickelten Motiven. Die pastellfarbenen Illustrationen zeigen ineinander verwobene Initialen und Uhren sowie ein Anagramm.
Der Begriff POV („Point of View“) wird häufig auf Social-Media-Plattformen genutzt, um Zuschauer*innen möglichst unmittelbar in eine Situation oder Handlung zu versetzen. Die Ich-Perspektive bzw. der Ich-Standpunkt sind zentral.
Die Arbeit von Lina Müller nimmt einerseits Bezug auf dieses Zeitphänomen – dreisprachig (de/lat/it), fragend, aber nicht wertend.
Andererseits verweist sie auf den Aussichtspunkt, der nach kurzem Aufstieg über den historischen Steinpfad zum ehemaligen Kloster erreicht werden kann. Nicht nur aus der Nähe werden die drei Fahnen zu sehen sein, auch aus diversen Blickwinkeln des Urner Tals, dann allerdings in komprimiertem Erscheinungsbild.
POV ist von kryptischer Natur, vereint diverse Zeitebenen und Perspektiven, stellt Fragen und lässt die Antworten offen.
Lina Müller

